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Viehscheid – 20. September 2014

BILDER AUS OBERMAISELSTEIN

Auch dieses Jahr geht es nach dem Alpsommer wieder heim ins Tal. Jedes Jahr kommen wir mit unseren Tieren auf den Obermaiselsteiner Scheid, wobei wir mit den Tieren weiter bis nach Maderhalm laufen.

Aus dem Schönbergtal, Lochbachtal und dem Rohrmooser Tal werden ca. 1.200 Stück Vieh zum Scheidplatz nach Obermaiselstein getrieben.

 

DIE BEDEUTUNG DES VIEHSCHEIDS

 

In der Regel Anfang / Mitte Juni, sobald es genügend Futter auf den Bergwiesen gibt, beginnt für das Jung- und teilweise auch Milchvieh der Alpsommer. Die höher gelegenen "Galtalpen" sind dem Jungvieh vorbehalten, während auf den "Sennalpen" Milchkühe für die Milch sorgen, die an Ort und Stelle zu Bergbutter und natürlich zum berühmten Allgäuer (Berg-) Käse verarbeitet wird.
Die frische Luft und das kraftvolle Futter sind gesund und machen die Tiere besonders widerstandsfähig. Bis hoch hinauf, teilweise sogar bis in die Gipfelregionen, werden die Bergwanderer vom harmonischen, für das Allgäu so typischen Klang der Glocken und Schellen begleitet.

Ab Anfang September, nach ca. 100 Tagen, naht der wichtigste Tag im landwirtschaftlichen Kalender. Die Tiere werden von den Älplern "rausgeputzt" und bekommen die großen Schellen (Allgäuer: Zugschellen / Walser: Chlepfa) angelegt.

Hat sich während des Alpsommers kein Unfall ereignet, z.B. durch Absturz, Blitz- oder Steinschlag, wird das Leittier - im Allgäu Kranzrind und im Kleinwalsertal Maiarind genannt - mit einem prächtigen Kranz geschmückt. Dieser Kranz ist mit viel Liebe und Phantasie gebunden und besteht aus Zweigen, Gräsern, und Blumen unserer Alpwiesen. Mit dem oft eingebundenen Kreuz wird zudem um den Schutz des Himmels gebeten und der Spiegel dient zur Abwehr böser Geister.

Am Scheidtag, noch im Morgengrauen, brechen die Herden und ihre Begleiter zu ihrem anstrengenden und durchaus nicht risikolosen Marsch auf. Derweil werden sie unten im Tal schon sehnlich erwartet. Unterstützt vom Echo der engen Seitentäler, kündigt sich die spektakuläre Ankunft schon von weitem an.

Endlich am Scheidplatz angekommen, "scheidet" (trennt) der Hirte das Vieh aus und übergibt es dann wieder in die Obhut ihrer Besitzer. Die Hirten sind stolz auf ihre Arbeit und die Bauern sind dankbar, dass ihr "Betriebsvermögen" wieder heil und gesund im heimischen Stall untergebracht ist. Mehrere Gründe also, um einen langen, anstrengenden Tag entsprechend ausklingen zu lassen und wer dabei sein möchte, ist herzlich eingeladen.

Zur ein oder anderen Maß Bier gehören Scheidwürste, gebratene Hähnchen, frische Brezen und natürlich die Kappelle, die mit zünftiger Musik für die richtige Stimmung sorgt und zum Tanz aufspielt.

Gleichzeitig liegt natürlich immer eine gehörige Portion Melancholie über dem Fest. Mit Ende des Alpsommers kündigt sich der Herbst an und dann sind es meist nur noch wenige Wochen, bis der Winter wieder Einzug hält.

Was den Reiz aber wirklich ausmacht, lässt sich mit Worten nicht beschreiben. Den "Scheid" muss man einfach erleben!

 

WEITERE VIEHSCHEIDTERMINE

 


ZDF-Mediathek

*Jungviehhirte auf der Alpe Osterberg*

Ein Bericht über uns und unseren Alpsommer hier auf der Alpe Osterberg.

 

Hier erfahrt Ihr wie ein Alpsommer verläuft und was dabei innerhalb eines Sommers alles passieren kann.


Unsere Alpe als Shooting-Star

Die Mädels von bader - obermaiselstein waren für ein Fotoshooting bei uns auf der Alpe und haben hier die neuesten Trends für das Servus Magazin fotografiert. So wurde auch unsere Alpe in Szene gesetzt!